Bonn, Germany
31. August 2012
Die Bundesländer haben die diesjährige Untersuchung von Rapssaatgut auf Anteile gentechnisch veränderter Organismen (GVO) rechtzeitig vor der Aussaat abgeschlossen. Im Rahmen der behördlichen Saatgutüberwachung wurde sowohl in Deutschland vermehrtes und anerkanntes als auch importiertes Rapssaatgut berücksichtigt. Insgesamt wurden bundesweit 324 Rapssaatgutpartien auf GVO-Bestandteile untersucht. Lediglich in Baden-Württemberg wurden in fünf Partien eines Züchters geringste GVO-Spuren gefunden. Dank eines guten Informationsmanagementes zwischen Züchtern und Behörden konnte bundesweit sichergestellt werden, dass kein Saatgut dieser Partien an Landwirte abgegeben und ausgesät wurde.
Aufgrund des besonders engen Zeitfensters, das zwischen Ernte, Aufbereitung und Aussaat von Rapssaatgut selten mehr als drei Wochen beträgt, steht die gesamte Branche während der behördlichen GVO-Untersuchung bei Rapssaatgut unter enormem Druck. Erklärtes Ziel von Züchtern wie Länderbehörden ist es, die Untersuchung rechtzeitig vor der Aussaat abzuschließen, um das unbeabsichtigte Ausbringen von Saatgut mit technisch und biologisch im Einzelfall nicht vermeidbaren GVO-Spuren zu verhindern. Zusätzlich zu den behördlichen Untersuchungen unterhalten auch die Züchtungsunternehmen selbst aufwändige Qualitätssicherungsprogramme, um die rechtlichen Vorgaben zum Nichtvorhandensein von GV-Bestandteilen zu erfüllen.
„Alle Vorsorgemaßnahmen können aber keine Garantie bieten, dass es im offenen und globalen System Landwirtschaft nicht doch zu unbeabsichtigten und technisch wie biologisch unvermeidbaren Einmischungen kommen kann“, kommentiert Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP), das Ergebnis. Um den Nachweis auf Nulltoleranz absolut zu erbringen, müsste jedes einzelne Saatkorn auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersucht und damit zerstört werden. „Eine schnelle Informationsübermittlung ist ein wichtiger erster Schritt, um wirtschaftliche Schäden für Landwirte und Züchter zu vermeiden. Zur Beendigung der permanenten Rechtsunsicherheit muss aber unbedingt die Festlegung von Saatgutschwellenwerten sowie standardisierter Methoden von der Probenahmen bis zur Analytik folgen“, so Schäfer abschließend.
Bundesland
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Anzahl untersuchter Rapsproben
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Positive Proben
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Baden-Württemberg
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87
|
5
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Bayern
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10
|
0
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Brandenburg
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6
|
0
|
Hessen
|
6
|
0
|
Niedersachsen
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37
|
0
|
Nordrhein-Westfalen
|
84
|
0
|
Rheinland-Pfalz
|
4
|
0
|
Saarland
|
1
|
0
|
Sachsen
|
3
|
0
|
Sachsen-Anhalt
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1
|
0
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Schleswig-Holstein
|
85
|
0
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Gesamt
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324
|
5
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Tab: Übersicht der Länderuntersuchungen von Winterrapssaatgut auf GVO-Anteile im Jahr 2012
Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) mit Sitz in Bonn und Berlin ist die berufsständische Vertretung der rund 130 deutschen Pflanzenzuchtunternehmen und Saatenhändler aus den Bereichen Landwirtschaft, Gemüse und Zierpflanzen. Mit einer F&E-Quote (Forschung & Entwicklung) von 16,1 Prozent gehört die Pflanzenzüchtung zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Rund 12.000 Beschäftigte finden in ihr einen Arbeitsplatz und legen mit ihrer Tätigkeit die Basis für eine erfolgreiche Landwirtschaft und die darauf folgenden Stufen der Wertschöpfungskette.